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Betreuung der Kinder an Ostern zu Zeiten von Corona

 
 

Sofern die Betreuung der Kinder an Ostern wegen Corona ein Thema für Sie ist, haben Sie entweder aus beruflichen Gründen keine Zeit oder sind selbst eine risikotragende Person und möchten vermeiden, dass Sie Ihre Kinder infizieren. Vielleicht können wir Ihnen Anregungen geben, das Problem anzugehen.

Die Lösung Ihres Problems sollte sich sicherlich daran orientieren, welchen Grund Sie konkret haben, über die Betreuung Ihrer Kinder an Ostern nachzudenken. Es ist anzunehmen, dass der Grund im Vorjahr wohl noch nicht bestanden hat, da Sie dann die Betreuung dieses Jahr genauso handhaben könnten, wie Sie diese im Vorjahr gehandhabt haben.

Gibt es an den Feiertagen eine Notbetreuung durch öffentliche Einrichtungen?

Um berufstätige Elternteile zu unterstützen, bieten die Bundesländer verschiedene Formen der Notbetreuung für Kinder an. Bei Bedarf findet meist auch am Wochenende und in den Osterferien eine Notbetreuung statt. Eine Ausnahme besteht lediglich in der Zeit von Karfreitag bis Ostermontag. In diesem Zeitraum werden Sie wahrscheinlich kein passendes Angebot finden.

Mein Kind steht an erster Stelle, oder nicht?

Müssen Sie über die Osterfeiertage arbeiten, dürfen Sie an sich Ihre Dienstleistung verweigern, wenn es Ihnen nicht zuzumuten ist, Ihr Kind alleine zu lassen und zur Arbeit zu gehen (§ 275 Abs. III BGB). Voraussetzung ist, dass Sie nachweislich keine andere Gelegenheit haben, Ihr Kind betreuen zu lassen. Dabei spielt die Frage der Zumutbarkeit eine wichtige Rolle. Ist Ihr Kind beispielsweise drei Jahre alt, ist es Ihnen kaum zuzumuten, das Kind alleine zu lassen, während ein 14-jähriges Kind sicherlich allein für sich sorgen kann. Die Grenzen sind sicherlich fließend. Hier kommt es darauf an, wie sich Ihre Situation darstellt.

Welche Rolle spielt der andere Elternteil?

Können Sie Ihre Kinder an Ostern wegen Corona nicht betreuen, erscheint es naheliegend, den anderen Elternteil in die Verantwortung einzubeziehen. Zumindest von Gesetzes wegen hat der andere Elternteil ein Umgangsrecht mit Ihrem gemeinsamen Kind.

Sofern das Umgangsrecht bislang unproblematisch gehandhabt wurde, wäre es naheliegend, dass Sie den anderen Elternteil bitten, an Ostern das Kind zu sich zu nehmen. Das Kontaktverbot und die damit einhergehenden Ausgangsbeschränkungen hindern Sie ebenfalls nicht, dass Sie das Kind zur Wohnung des anderen Elternteils bringen oder der andere Elternteil das Kind in Ihrer Wohnung abholt.

Großeltern sind als Betreuungsperson ungeeignet

Keinesfalls sollten Sie Ihre Großeltern in die Betreuung Ihrer Kinder an Ostern einbeziehen. Sie müssten Ihre Kinder aus der Obhut Ihrer eigenen Wohnung herausnehmen und zu den Großeltern bringen. Auch wenn das Risiko scheinbar theoretisch daherkommt, schaffen Sie potenziell eine zusätzliche Gefahrenquelle für Ihre Kinder. Zuhause sind Ihre Kinder zumindest insoweit behütet, als von außen keine direkte Ansteckungsgefahr droht. Bringen Sie Ihre Kinder zu den Großeltern, gehen Sie mindestens theoretisch ein zusätzliches Risiko ein.

Der eigentliche Grund, die Großeltern nicht als Betreuungsperson heranzuziehen, dürfte aber daran bestehen, dass ältere Menschen als Risikopersonen gelten. Ältere Menschen gelten deshalb als Risikopersonen, weil sie aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters oder bestehender Vorerkrankungen besonders gefährdet sind. Das Virus hätte leichtes Spiel, sein Schadenspotenzial zur Wirkung zu bringen. Insoweit geht es nicht allein um die Betreuung Ihrer Kinder, sondern vorrangig um den Schutz der Gesundheit der Großeltern.

Rechtliche Informationen zum Coronavirus

Möglichkeiten der Notbetreuung

Das Kontaktverbot beinhaltet, dass Sie den Kontakt zu Personen außerhalb Ihrer Wohnung möglichst vermeiden. Eine Ausnahme besteht im Falle der Notbetreuung. Können Sie Ihr Kind an Ostern aus welchen Gründen auch immer nicht selbst betreuen, können Sie das Kind einem Verwandten geben, der das Kind betreut.

Ist die Tagespflege möglich?

Vielleicht finden Sie auch eine Tagesmutter oder einen Tagesvater, die oder der sich über die Osterfeiertage bereit erklärt, für Ihr Kind zu sorgen. Voraussetzung ist aber, dass die Tagespflege in dem jeweiligen Bundesland nicht verboten ist. Teils bleibt die Tagespflegewohlfahrt erlaubt, in Hessen oder Hamburg ist sie jedenfalls verboten.

Ist die Tagespflege bei mir zu Hause möglich?

Kindertagespflegepersonen, die die Betreuung im Haushalt eines Elternteils leisten ("Kinderfrauen") können auch von den Schließungen betroffen sein. Auch dies wird in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt.

Zu guter Letzt

Pauschale Hinweise helfen sicherlich nur bedingt. Es kommt darauf an, wie Ihre Situation sich darstellt. Versuchen Sie vor Ort, die passende Lösung zu finden.