Alle Ratgeber
 

30 Fra­gen und 30 Ant­wor­ten zum The­ma Schei­dung on­line

Bild: 30 Fragen und 30 Antworten zum Thema Scheidung online

Was muss ich über die On­line-Schei­dung wis­sen?

Vieles, was Sie im Internet sehen, ist neu oder erscheint Ihnen zumindest so. Auch die Online-Scheidung erweckt diesen Eindruck. Steht Ihnen die Scheidung ins Haus, können auch Sie davon profitieren, dass Sie Ihren Scheidungsantrag über das Internet online als „Online-Scheidung“ einreichen und die Chance haben,Ihre Ehe so möglichst unkompliziert abzuwickeln. In diesem Ratgeber beantworten wir Ihnen die 30 häufigsten Fragen rund ums Thema Online-Scheidung. 

War­um he­gen man­che Leu­te Zwei­fel, wenn Sie „On­line-Schei­dun­g“ hö­ren?

Was neu ist, erweckt oft Misstrauen. Dieses Misstrauen begründet sich aber meist darin, dass derjenige, der Zweifel hegt, noch nicht ausreichend informiert ist und daher nicht weiß, was sich hinter einer „Neuigkeit“ versteckt. Geht es um die Scheidung einer Ehe, denken viele noch in altbewährten Mustern. Man muss sich nach Terminabsprache in das Büro einer Rechtsanwältin bzw. eines Rechtsanwalts begeben und sie bzw. ihn nach einem persönlichen Gespräch damit beauftragen, den Scheidungsantrag bei Gericht einzureichen. Genau an diesem Punkt setzt die Online-Scheidung an. Die Online-Scheidung bietet Ihnen einen  völlig neuen Weg, Ihren Scheidungsantrag zu stellen. Dass dieser Weg über das Internet führt, kann kein Grund sein, die Möglichkeit einer Online-Scheidung pauschal infrage zu stellen. Im Gegenteil: Wenn Sie diesen Weg nutzen, haben Sie maßgebliche Vorteile.

Was ge­nau ist denn jetzt ei­ne On­line-Schei­dung?

Die Online-Scheidung stellt eine besondere Kommunikationsform zwischen einem scheidungswilligen Mandanten und einer Rechtsanwältin bzw. einem Rechtsanwalt dar. Dazu wickeln Sie soweit als möglich die notwendige Korrespondenz online über das Internet ab. Sie kommunizieren per E-Mail, gerne auch telefonisch oder per Post miteinander.

Funk­tio­niert die On­line-Schei­dung auch für ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner­schaf­ten?

Eingetragene Lebenspartnerschaften sind Ehen gleichgestellt. Statt Scheidung spricht das Gesetz lediglich von Aufhebung. Entsprechend können Sie als eingetragener Lebenspartner die Aufhebung Ihrer Lebenspartnerschaft auch online betreiben.

Ist die On­line-Schei­dung recht­lich er­laubt?

Da die Online-Scheidung lediglich eine besondere Kommunikationsform darstellt, mit der Sie den Kontakt mit einer Rechtsanwältin bzw. einem Rechtsanwalt herstellen, gibt es nichts zu beanstanden. Im Gegenteil: Das Oberlandesgericht Hamm hatte die Werbung eines Anwalts mit dem Slogan: „Scheidung Online spart Zeit, Nerven und Geld“ ausdrücklich als sachliche Werbung anerkannt, die nicht zu beanstanden sei.

Ihre Online-Scheidung ist rechtlich genauso anerkannt wie eine herkömmliche Scheidung, denn Sie werden nach wie vor durch das Familiengericht geschieden. 

Wie kann mir die On­line-Schei­dung hel­fen?

Gerade dann, wenn Sie Berührungsängste haben und die persönliche Kontaktaufnahme mit einer Anwaltskanzlei scheuen, profitieren Sie davon, dass Sie den Erstkontakt mit einer Rechtsanwältin bzw. einem Rechtsanwalt über das Internet herstellen. Sie brauchen die für Ihre Scheidung infrage kommende Anwaltskanzlei nicht erst aufwendig zu recherchieren, brauchen nicht dort anzurufen und brauchen keinen persönlichen Besprechungstermin zu vereinbaren und brauchen auch nicht persönlich in der Kanzlei zu erscheinen.

Bei der Online-Scheidung orientieren Sie sich direkt auf der Webseite eines Online-Scheidungsservices oder einer Kanzlei, ddie Online-Scheidungen anbietet oder noch besser. Entscheiden Sie sich für einen Online-Scheidungsservice, wird dieser Sie durch Ihr Scheidungsverfahren begleiten und Ihnen gleichfalls eine kompetente und im Familienrecht erprobte anwaltliche Vertretung  vermitteln. Ansonsten läuft Ihr Scheidungsverfahren genauso ab, wie Sie es üblicherweise erwarten dürfen.

Soll­te ich mich für die On­line-Schei­dung oder die her­kömm­li­che Schei­dung be­vor­zu­gen?

Die Antwort hängt davon ab, welchen Aufwand Sie betreiben möchten, um sich wegen der mit der Scheidung verbundenen Fragen zu orientieren und um schnellstens einen Rechtsanwalt mit Ihrer Scheidung zu beauftragen. Nehmen Sie einen Scheidungsservice in Anspruch, ist es bei der Online-Scheidung jedenfalls so, dass Ihnen viel Arbeit abgenommen wird. Gehen Sie den herkömmlichen Weg, müssen Sie sich weitgehend alleine zurechtfinden, haben häufig Schwierigkeiten, sich sachlich und rechtlich zu orientieren und bleiben darauf angewiesen, dass Ihre Rechtsanwältin bzw. Ihr Rechtsanwalt Ihnen die Richtung richtig und ehrlich vorgibt.

Wie ist der Ab­lauf ei­ner On­line-Schei­dung?

Haben Sie sich für einen Dienstleister entschieden, müssen Sie in einem ersten Schritt Ihre persönlichen Daten mitteilen. Im Idealfall geben Sie Ihre persönlichen Daten auf einem vorgesehenen Formularblatt ein und übermitteln Ihre Angaben per Knopfdruck online an den Dienstleister. Kurzzeitig sollten Sie dann Post von dem, über die vom Dienstleister vermittelte Kanzlei erhalten, die Ihnen den vorformulierten Scheidungsantrag zur Durchsicht übermittelt. Sobald Sie diesen durchgelesen und alle notwendigen Fragen geklärt sind, können Sie den Antrag zum Einreichen freigeben. Ihre Anwältin bzw. Ihr Anwalt reicht den Scheidungsantrag beim Gericht für Sie ein. Dann geht alles seinen gewohnten Gang.

Um die Rechtsanwältin bzw. den Rechtsanwalt zu beauftragen, müssen Sie wie auch bei allen anderen Mandaten eine Vollmacht unterschreiben. Zusätzlich müssen Sie die für Ihre Scheidung notwendigen Unterlagen, also Kopie Ihrer Heiratsurkunde, die zur Berechnung der Gerichtsgebühren notwendigen Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate und, wenn Sie Verfahrenskostenhilfe in Anspruch nehmen wollen, das Formular für die Verfahrenskostenhilfe ausfüllen und zurückschicken. Sollten Sie Fragen haben, brauchen Sie keine Scheu zu haben, den Scheidungsservice oder die Kanzlei unter der im Briefbogen angegebenen Telefonnummer anzurufen und Ihre Fragen zu stellen.

Ist die On­line-Schei­dung ei­ne be­son­ders schnel­le Art des Schei­dungs­ver­fah­rens?

Die Online-Scheidung ermöglicht insoweit eine schnelle Alternative, als Sie sich den zeitlichen Aufwand ersparen, nach erfahrenen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten zu suchen, einen Termin zu vereinbaren und die Kanzlei   nach Terminabsprache persönlich aufsuchen zu müssen. Bei der Online-Scheidung kommunizieren Sie online idealerweise direkt mit der, von einem Scheidungsservice vermittelten Kanzlei. Sie reichen Ihren Scheidungsantrag und Ihre Scheidungspapiere online ein und schaffen somit die Voraussetzung, dass die Rechtsanwältin bzw. der Rechtsanwalt umgehend Ihren Scheidungsantrag fertigen und bei Gericht einreichen kann. Vor allem wird ein kompetenter Scheidungsservice darauf achten und alles veranlassen, dass Sie richtig informiert sind und Sie wissen, worauf es ankommt. Unnötige Verzögerungen, die allein dadurch entstehen, dass Sie schlecht informiert sind oder sich ständig rückvergewissern müssen, lassen sich so leicht vermeiden.

Ist die On­line-Schei­dung auch mög­lich, wenn bei­de Ehe­part­ner im Aus­land woh­nen?

Haben Sie beide  die deutsche Staatsbürgerschaft und wohnen und leben im Ausland, können Sie sich in Deutschland scheiden lassen und damit die Vorteile der Online-Scheidung nutzen. Dabei kommt es nicht darauf an, wo Sie Ihre Ehe geschlossen haben. Soweit sich die Zuständigkeit des deutschen Familiengerichts begründen lässt, können Sie Ihre Scheidung vom Ausland aus auch online in die Wege leiten. Der Scheidungsantrag ist dann von einer in Deutschland zugelassen anwaltlichen Vertretung beim Familiengericht einzureichen. Können Sie zum Scheidungstermin nicht persönlich anreisen, ist es oft möglich, dass Sie die für die Scheidung vom Gesetz geforderte Anhörung von einem Gericht an Ihrem ausländischen Wohnort durchführen lassen.

Kann ich auch als Aus­län­der in Deutsch­land die On­line-Schei­dung nut­zen?

Leben Sie in Deutschland, können Sie sich vor einem deutschen Gericht scheiden lassen, wenn Sie und/ oder Ihre Ehepartnerin bzw. Ihr Ehepartner eine ausländische Staatsangehörigkeit habne bzw. hat. Es genügt, wenn Sie in Deutschland Ihren gewöhnlichen Aufenthalt und Lebensmittelpunkt haben.

Wo­her weiß ich, ob der Schei­dungs­ser­vice der Rich­ti­ge für mich ist?

Interessieren Sie sich für eine Online-Scheidung entscheiden, sollten Sie vorab prüfen, ob der ins Auge gefasste Dienstleister wirklich das hält, was er auf seiner Website verspricht. Vergleichen Sie die unterschiedlichen Dienstleister in ihren Angeboten. Studieren Sie genau das Angebot auf der Website und rufen Sie einfach mal dort an. Vergleichen Sie die Angebote im Hinblick auf  Verständlichkeit der Informationen, Erreichbarkeit und das Angebot kostenloser und unverbindlicher Materialien.

Ein guter Dienstleister wird Ihnen kostenlose Telefongespräche anbieten und Sie am Telefon so empfangen, dass Sie das Gefühl bekommen, an der richtigen Adresse zu sein. Sie sollten stets gut geschulte und qualifzierte Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner erreichen können. Sie sollten ein Gespür dafür haben, dass  die Anruferin bzw. ein Anrufer mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer emotionalen Ausnahmesituation ist und besonders betreut werden muss. Gute Dienstleister, die einen Scheidungsservice anbieten, halten auf ihrer Webseite verständlich formulierte Informationen bereit, die Ihnen die Abläufe bei Trennung und Scheidung aufzeigen. Gerade wenn Sie selbst berufstätig sind, ist es von Vorteil, wenn Sie einen Dienstleister auch außerhalb der üblichen Bürozeiten erreichen. Rufen Sie in einer Kanzlei an, sollten Sie erwarten dürfen, dass Sie kurzfristig einen Termin bekommen und Ihre Scheidung besprechen können. 

Kann ich mei­ne Schei­dung voll­stän­dig on­line be­trei­ben?

Sie können Ihren Scheidungsantrag online kostengünstig und zeitsparend in die Wege leiten. Das sich anschließende Scheidungsverfahren verläuft aber nach den gleichen Regeln wie die herkömmliche Scheidung auch. Insbesondere müssen Sie im Regelfall persönlich im Scheidungstermin vor Gericht erscheinen und sich dort von einer Rechtsanwältin bzw. einem Rechtsanwalt vertreten lassen. Die Scheidung allein mit dem Scheidungsantrag herbeizuführen oder sich im Scheidungstermin vielleicht per Videokonferenz zuschalten zu lassen, ist bisland nur in Einzelfällen bei entsprechender Ausstattung des Gerichts möglich.

Wann ist die On­line-Schei­dung für mich be­son­ders ge­eig­net?

Die Online-Scheidung eignet sich idealerweise, wenn Sie sich im gegenseitigen Einvernehmen mit Ihrer Ehepartnerin bzw. Ihrem Ehepartner einvernehmlich scheiden lassen möchten. Einvernehmlich bedeutet, dass Sie beide die Scheidung wünschen und kein Interesse daran haben, sich wegen irgendwelcher Scheidungsfolgen streitig vor Gericht auseinanderzusetzen. Sie wünschen keinen Rosenkrieg. Auch wenn Sie die Scheidung unter finanziellen Aspekten betrachten, ist die einvernehmliche Scheidung, die Sie als Online-Scheidung abwickeln, der ideale Weg, Kosten einzusparen. Bei der einvernehmlichen Scheidung benötigen Sie nur eine Rechtsanwältin bzw. einen Rechtsanwalt, der Ihren Scheidungsantrag bei Gericht einreicht. Ihre Ehepartnerin bzw.  Ihr Ehepartner stimmt Ihrem Scheidungsantrag schlicht zu. Dafür benötigt er keine eigene Rechtsanwältin bzw. keinen eigenen Rechtsanwalt. Im besten Fall teilen Sie sich auch noch die Gerichts- und Anwaltsgebühren.

Ge­nügt es, wenn wir für die On­line-Schei­dung nur ei­nen Rechts­an­walt be­auf­tra­gen?

Sie benötigen für Ihre Scheidung lediglich eine einzige Rechtsanwältin bzw. einen einzigen Rechtsanwalt, wenn Sie sich im gegenseitigen Einvernehmen scheiden lassen und Ihre Ehepartnerin bzw. Ihr Ehepartner Ihrem Scheidungsantrag lediglich zustimmt. Bei der einvernehmlichen Scheidung, bei der Sie sich als Ehepaar über die Scheidung an sich und die Scheidungsfolgen einig sind, kommen Sie tatsächlich damit aus, dass nur einer von Ihnen anwaltlich vertreten wird. Es ist nur dann anwaltliche Vertreung auf beiden Seiten nötig, wenn Sie sich nicht einigen können.

Spielt das Tren­nungs­jahr bei der On­line-Schei­dung ei­ne Rol­le?

Auch bei der Online-Scheidung müssen Sie das Trennungsjahr einhalten. Es gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei der herkömmlichen Scheidung. Bevor Sie den Scheidungsantrag bei Gericht einreichen können, müssen Sie wenigstens etwa ein Jahr getrennt voneinander gelebt haben. Erst nach Ablauf des Trennungsjahres unterstellt das Gesetz, dass Ihre Ehe gescheitert ist und Sie deshalb die Scheidung beantragen können. Das Trennungsjahr dient dazu, voreilige Scheidungen zu vermeiden. 

In wel­chen Si­tua­ti­on be­nö­tigt auch mein Ehe­part­ner ei­nen ei­ge­nen Rechts­an­walt?

Auch bei der einvernehmlichen Scheidung benötigen Sie ausnahmsweise eine zweite Rechtsanwältin bzw. einen zweiten Rechtsanwalt, für Ihre Ehepartnerin bzw. Ihren Ehepartner, wenn Sie vor Gericht im mündlichen Scheidungstermin auf den Versorgungsausgleich oder auf Rechtsmittel gegen den Scheidungsbeschluss verzichten möchten. Nur mit anwaltlicher Vertretung können Sie wirksam auf den Verzicht erklären. Da der Scheidungsbeschluss aber nach einem Monat automatisch rechtskräftig wird, sollten Sie auf den Rechtsmittelverzicht keinen allzu großen Wert legen. 

Ihre Rechtsanwältin bzw. Ihr Rechtsanwalt darf nur Sie  vertreten. Es ist nicht erlaubt, beide Ehepartner zu vertreten. Bei einer einvernehmlichen Scheidung, werden also nur Sie vertreten, Ihre Ehepartnerin bzw. Ihr Ehepartner hingegen nicht. Für den Fall, dass Ihre Ehepartnerin bzw. Ihr Ehepartner die Scheidungsvoraussetzungen bestreitet oder eine Scheidungsfolge gerichtlich geregelt wissen möchte (z.B. Ehegattenunterhalt), muss auch sie bzw. er anwaltlich vertreten werden. 

Wel­chen or­ga­ni­sa­to­ri­schen Vor­tei­le hat die On­line-Schei­dung?

Da Sie bei der Online-Scheidung vorzugsweise online kommunizieren, haben Sie bei guten Scheidungsservices auch noch den Vorteil, dass für Sie eine Webakte angelegt wird. Auf diese können Sie, über einen passwortgeschützten Bereich, jederzeit rund um die Uhr zugreifen. Sie können dann beliebig prüfen, wie es um Ihr Verfahren steht. Sollten Sie Schriftverkehr verlegt haben, finden Sie in Ihrer Webakte alles wieder.

Hand aufs Herz: Ha­ben On­line-Schei­dun­gen auch Nach­tei­le?

Sollten Ihre Lebensverhältnisse so kompliziert sein, dass Sie sich außerstande sehen, diese am Telefon mal eben so zu erläutern oder möchte sich Ihre Ehepartnerin bzw. Ihr Ehepartner partout nicht auf eine einvernehmliche Scheidung einlassen, ist der persönliche unmittelbare Kontakt zu einer Rechtsanwältin bzw. einem Rechtsanwalt natürlich vorteilhaft. Aber: Ein guter Scheidungsservice wird die Möglichkeit bieten,  optional persönliche Orientierungsgespräche zu vereinbaren. Gute Scheidungsservices sind überall in Deutschland tätig, so dass es im Regelfall kein Problem sein sollte, Ihnen vor Ort eine Rechtsanwältin bzw. einen Rechtsanwalt zu vermitteln.

Ver­mit­telt mir ein Schei­dungs­ser­vice wirk­lich den rich­ti­gen Rechts­an­walt?

Nehmen Sie die Dienste eines Scheidungsservice in Anspruch, vermittelt Ihnen der Scheidungsservice für die Abwicklung der Scheidung eine Rechtsanwältin bzw. einen Rechtsanwalt. Sie können davon ausgehen, dass diese bzw. dieser Erfahrungen mit Scheidungen hat. Ein guter Scheidungsservice arbeitet nur mit Kanzleien zusammen, mit denen eine gute Zusammenarbeit gelingt. Da  die Anwältin bzw. der Anwalt  fortlaufend vermittelt wird, dürfen Sie darauf vertrauen, dass sie bzw. er tatsächlich gute Arbeit leistet. Ihr Vorteil besteht dann darin, dass Sie einen erprobte anwaltliche Vertretung an Ihrer Seite haben, während Sie die Kompetenzen nur schwer einschätzen können, soweit Sie selbst recherchieren.

Wie kann ich die Qua­li­tät ei­nes Schei­dungs­ser­vices be­ur­tei­len?

Scheidungsservices unterhalten meistens Webseiten. Verschaffen Sie sich einen Eindruck, wie diese Seite gestaltet ist. Eine gute Website lässt durchaus darauf schließen, dass der Service gut ist. Wichtig ist, dass die Informationen auf der Webseite aktuell sind und fortlaufend gepflegt werden. Ein guter Scheidungsservice wird Sie auf seiner Website vorab über alle Fragen im Zusammenhang mit Trennung und Scheidung informieren. Da Sie immer irgendwie Hilfe brauchen, sollten Sie die Möglichkeit haben, eine rund um die Uhr verfügbare Hotline anzurufen und sich vorab informieren oder beraten zu lassen. Eine gutes und selbstverständlich kostenloses Orientierungsgespräch ist der beste Einstieg in Ihr Scheidungsverfahren. Vergleichen Sie die verschiedenen Angebote und wählen Sie das Angebot aus, das auf Sie den besten Eindruck macht.

Wie kann ich mei­nen Ehe­part­ner von den Vor­tei­len ei­ner ein­ver­nehm­li­chen On­line-Schei­dung über­zeu­gen?

Es ist ein Klischee, dass Scheidungen immer streitig ablaufen müssen. Arbeiten Sie zunächst an sich selbst. Betrachten Sie die Scheidung als die unabdingbare Abwicklung Ihrer Ehe. Versuchen Sie, einander nicht zu provozieren. Jede sachlich geführte Auseinandersetzung reduziert das Streitpotenzial. Wenn Sie bedenken, dass streitig geführte Scheidungen hohe finanzielle Risiken und enorme Kosten mit sich bringen, haben Sie das beste Argument für eine einvernehmliche Scheidung. Sie brauchen nur eine Rechtsanwältin bzw. einen Rechtsanwalt. Die Gebühren für Gericht und anwaltliche Vertretung berechnen sich nur nach dem Verfahrenswert für das Scheidungsverfahren. Soweit Sie Scheidungsfolgen regeln möchten, sollten Sie sich in einer Scheidungsfolgenvereinbarung verständigen. Nutzen Sie im Streitfall die eine Mediation. Dabei handelt es sich um eine alternative Form der Konfliktbewältigung, bei der Sie konstruktiv unter Moderation eines neutralen Dritten, gemeinsam eine Lösung erarbeiten können.

Müs­sen mein Ehe­part­ner und ich im Schei­dungs­ter­min per­sön­lich vor Ge­richt er­schei­nen?

Das Gesetz fordert ausdrücklich, dass beide Ehepartner persönlich zum mündlichen Scheidungstermin vor Gericht erscheinen müssen. Da Sie sich anwaltlich vertreten lassen müssen, wird Sie Ihre Rechtsanwältin bzw.  Ihr Rechtsanwalt zum Termin begleiten. Auftretende Fragen lassen sich dann immer noch beantworten. Gegenüber dem Gericht müssen Sie erklären, dass Sie die Scheidung wünschen. Warum Ihre Ehe gescheitert ist, werden Sie nicht gefragt. Das Gericht spricht in einem Scheidungsbeschluss Ihre Scheidung aus.

Ist ei­ne On­line-Schei­dung güns­ti­ger als ei­ne her­kömm­li­che Schei­dung?

Die Verfahrenskosten für Ihre Scheidung berechnen sich nach dem Verfahrenswert. Steht der Verfahrenswert fest, werden die Gerichts- und Anwaltsgebühren nach vorgegebenen Gebührenordnungen berechnet. Sofern Sie die Online-Scheidung als einvernehmliche Scheidung durchführen, fallen lediglich die Gerichtsgebühren sowie die Gebühren für Ihre Rechtsanwältin bzw. Ihren Rechtsanwalt an. Viele Paare regeln es so, dass sie sich die Kosten teilen, auch wenn nur einer von ihnen anwaltlich vertreten wird. Vor allem dann, wenn Sie die einvernehmliche Scheidung betreiben, sind manche Gerichte bereit, die formal berechneten Verfahrenswerte um bis zu 20 - 30 % herabzusetzen. Dadurch ermäßigen sich sämtliche Gebühren. Wenn Sie die Scheidung jedoch streitig betreiben, fallen für die Scheidung und für jede einzelne Scheidungsfolge, die Sie gerichtlich austragen, gesonderte Verfahrenswerte an. Dadurch erhöhen sich zwangsläufig die Gerichts-und Anwaltsgebühren. Ein guter Scheidungsservice sollte Sie damit begeistern, dass der vermittelte Rechtsanwalt die Gebühren vorbildlich und fair berechnet und darauf achtet, alles zu tun, um unnötige Gebührenansätze zu vermeiden.

Wo­nach be­rech­nen sich die Ge­richts- und An­walts­ge­büh­ren bei der On­line-Schei­dung?

Die Gerichts- und Anwaltsgebühren berechnen sich nach den Verfahrenswerten. Der Verfahrenswert für Ihre Scheidung beziffert sich nach dem dreifachen Nettoeinkommen beider Ehepartner. Bei der einvernehmlichen Online-Scheidung kann der so berechneten Verfahrenswert auf Antrag teilweise weiter reduziert werden.  Würden Sie sich noch zusätzlich um den Ehegattenunterhalt streiten, würde sich der Verfahrenswert um das Zwölffache des geforderten Unterhaltsbetrages erhöhen. Die Konsequenz wäre, dass Sie dann natürlich auch die Gerichts- und Anwaltsgebühren in die Höhe treiben. Sie sehen: Nur mit einer einvernehmlichen Scheidung vermeiden Sie, dass Ihre Scheidung finanziell unnötig ausufert.

Wie be­zah­le ich die Ge­büh­ren für Ge­richt und An­walt bei der On­line-Schei­dung?

Soweit Sie sich selbst eine anwaltliche Vertretung suchen, müssen Sie davon ausgehen, dass diese erst für Sie tätig wird, wenn Sie die Vorschussrechnung bezahlt haben. Ein guter Scheidungsservice hingegen wird den Zahlungszeitpunkt in einem persönlichen Gespräch im Hinblick auf Ihre finanziellen Verhältnisse mit Ihnen abstimmen. Idealerweise vereinbaren Sie eine zinslose Ratenzahlung. Verfügen Sie über kein oder nur geringes Einkommen, sollten Sie im Zusammenhang mit Ihrem Scheidungsantrag staatliche Verfahrenskostenhilfe beantragen. Sie erhalten diese unter der Voraussetzung, dass Ihre Ehepartnerin bzw. Ihr Ehepartner aufgrund einer fortbestehenden Unterhaltspflicht außerstande ist, Ihnen die Scheidungskosten in Form eines Prozesskostenvorschusses zu zahlen.

Ver­fahrens­kosten­hilfe (VKH)

Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe (VKH)

Wer ein geringes Einkommen hat, Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe bezieht, kann VKH in Anspruch nehmen. Das müssen Sie beachten!

Download

Muss sich mein Ehe­part­ner an den Ge­büh­ren für Ge­richt und mei­nen Rechts­an­walt be­tei­li­gen?

Stellen Sie den Scheidungsantrag, müssen Sie die Gerichtskosten vorausbezahlen. Bei der einvernehmlichen Scheidung wird das Gericht später im Rahmen des Scheidungsbeschlusses die Gerichtsgebühren unter Ihnen aufteilen. Ihre Ehepartnerin bzw. Ihr Ehepartner muss Ihnen dann die Hälfte der Gerichtskosten ersetzen. Ihre Rechtsanwaltskosten tragen Sie zunächst selbst. Grund ist, dass die Rechtsanwältin bzw. der Rechtsanwalt, die bzw. den Sie mit der Stellung Ihres Scheidungsantrags beauftragen, nur Sie vertritt. Im Idealfall teilen Sie sich die Kosten bei einer einvernehmlichen Scheidung jedoch. 

Wie kann ich bei ei­ner On­line-Schei­dung un­se­re Schei­dungs­fol­gen re­geln

Wenn Sie die Online-Scheidung als einvernehmliche Scheidung Ihrer Ehe betreiben, brauchen Sie auf die Regelung bestimmter Scheidungsfolgen nicht zu verzichten. Wenn Sie sich einvernehmlich scheiden lassen und eventuelle Scheidungsfolgen außergerichtlich in einer Scheidungsfolgenvereinbarung regeln, wird Ihre Scheidung in der Regel einfacher, schneller und kostengünstiger sein. In einer Scheidungsfolgenvereinbarung beschreiben Sie alle Rechte und Pflichten, die sich im Hinblick auf Ihre Trennung und Scheidung und die Abwicklung Ihrer Ehe zwangsläufig ergeben, rechtsverbindlich fest. Sie vermeiden damit eine meist völlig unnötige gerichtliche Auseinandersetzung, in die Sie viel Geld, Nerven und Zeit investieren müssen, ohne dass Sie wirklich wissen, was am Ende dabei herauskommt. Eine Scheidungsfolgenvereinbarung müssen Sie vorab notariell beurkunden oder alternativ gerichtlich im Scheidungstermin protokollieren lassen.

Kann ich bei der ein­ver­nehm­li­chen On­line-Schei­dung auch Kin­des­un­ter­halt und Ehe­gat­ten­un­ter­halt rechts­ver­bind­lich re­geln?

Auch bei der einvernehmlichen Online-Scheidung können Sie Kindesunterhalt und den Ehegattenunterhalt rechtsverbindlich regeln, wenn Sie eine Scheidungsfolgenvereinbarung treffen und diese möglichst notariell beurkunden. Alternativ können Sie die Vereinbarung auch gerichtlich im Scheidungstermin protokollieren lassen. Für diesen Fall benötigt Ihr Ehepartner, der dieser Regelung zustimmt, allerdings eine eigene Rechtsanwältin bzw. einen eigenen Rechtsanwalt, die bzw. der für ihn die Zustimmung gegenüber dem Gericht erklärt. Erkundigen Sie sich einfach bei Ihrem Scheidungsservice.

Wann ist ei­ne Schei­dungs­fol­gen­ver­ein­ba­rung ver­zicht­bar?

Eine Scheidungsfolgenvereinbarung ist vornehmlich dann wichtig, wenn damit finanzielle Konsequenzen verbunden sind. Treffen Sie beispielsweise eine Vereinbarung zum Ehegattenunterhalt oder den Zugewinnausgleich, sollten Sie die Scheidungsfolgenvereinbarung notariell beurkunden. Nur so ist diese rechtsverbindlich und kann für den Fall des Falles zwangsweise vollstreckt werden. Geht es hingegen um das Umgangsrecht für das gemeinsame Kind, sollte die gegenseitige Absprache, wer das Kind wann betreut, ausreichend sein. Oder teilen Sie den Hausrat untereinander auf, schaffen Sie Fakten, die Sie nicht noch zusätzlich beurkunden müssen. Gleiches gilt, wenn Sie sich über die Nutzung der Ehewohnung einigen. Zieht ein Ehepartner aus und verzichtet auf die Nutzung der Wohnung, schaffen Sie Fakten. Dabei ist jedoch wichtig, dass Sie auch, die mit der Wohnung verbundenen finanziellen Aspekte geregelt haben. Im Zweifel sollten Sie die Beurkundung jedoch vorziehen.

Wer kann mir Ent­schei­dungs­hil­fen ge­ben, wenn ich mir bei der On­line-Schei­dung un­si­cher bin?

Hilfreich kann sein, wenn Sie sich für einen Scheidungsservice entschieden haben, dort anzurufen und eventuell offene Fragen vorzutragen. Ein guter Scheidungsservice zeichnet sich mithin dadurch aus, dass Sie dort so oft anrufen dürfen, wie Sie wollen, ohne dass Ihnen dafür Kosten in Rechnung gestellt werden. Ein guter Scheidungsservice weiß, dass Sie in einer schwierigen Situation sind, in der es zwangsläufig immer wieder Fragen gibt, die Ihnen nachts durch den Kopf gehen und einer Antwort bedürfen. Rufen Sie also einfach an und fragen Sie alles, was Sie wissen wollen. Ein guter Scheidungsservice wird keinerlei Druck auf Sie ausüben und keinesfalls versuchen, Sie zu Ihrer Scheidung zu drängen oder vorab schon einmal das Scheidungsformular mit Ihren persönlichen Angaben zu übersenden. Nehmen Sie sich so viel Zeit, wie Sie brauchen. Sie allein entscheiden.

Geschrieben von: iurFRIEND®-Redaktion

vgwort

iurFRIEND® ist Ihr Rechtsfreund
für viele Rechtsangelegenheiten.
Wir bieten allen Menschen mit Rechtsproblemen einen
kostenlosen Einstieg in die Welt des Rechts:
Ratgeber - Checklisten - Gratis-InfoPakete - Orientierungsgespräche

Frage online stellen

oder

Direkt kostenlos anrufen

0800 34 86 72 3

Um Ih­nen den best­mög­li­chen Ser­vice zu bie­ten, ver­wen­det die­se Sei­te Coo­kies zu Funk­ti­ons-, Sta­tis­tik- und Ana­ly­se­zwe­cken. Sie kön­nen die Ver­wen­dung von Coo­kies ak­zep­tie­ren (oder Ih­re Ein­wil­li­gung in­di­vi­du­ell ge­stal­ten). Die Ein­wil­li­gung ist je­der­zeit wi­der­ruf­bar (sie­he Da­ten­schutz­er­klä­rung). Mehr...