Ratgeber

Einvernehmliche Scheidung

In einer guten Ehe sollten Entscheidungen einvernehmlich und im gegenseitigen Einvernehmen beider Ehegatten getroffen werden. Idealerweise sollte, wenn es denn zur Scheidung kommt, auch die einvernehmliche Scheidung Maßstab Ihrer Trennung sein. Sie haben nur Vorteile.

Das Wichtigste zum Thema "Einvernehmliche Scheidung" für Sie:

  • Bei der einvernehmlichen Scheidung lassen Sie sich im gegenseitigen Einvernehmen scheiden und vermeiden Streitigkeiten aus Anlass Ihrer Scheidung.
  • Streitige Scheidungen sind zeit- und kostenintensiv sowie im Ergebnis nur bedingt kalkulierbar.
  • Bei der einvernehmlichen Scheidung genügt ein einziger Rechtsanwalt. Sie bezahlen nur diesen einen Rechtsanwalt. Ihr Ehegatte stimmt lediglich zu. Sie kommen zügig ans Ziel. Noch einfacher fahren Sie mit der Online-Scheidung.
  • Streitigkeiten vermeiden Sie, indem Sie im gegenseitigen Einvernehmen eine Scheidungsfolgenvereinbarung treffen.
  • Scheidungsfolgenvereinbarungen gelten als vollstreckbare Titel. Jede Partei weiß, woran sie ist.
  • Sie können auch den Kindesunterhalt in einer Scheidungsfolgenvereinbarung regeln und damit die einvernehmliche Scheidung absichern.

Was heißt: „Einvernehmliche Scheidung“?

Einvernehmliche Scheidung bedeutet, dass Sie sich im gegenseitigen Einvernehmen scheiden lassen und vermeiden, sich wegen der Voraussetzungen der Scheidung und der Scheidungsfolgen miteinander zu streiten und die Streitigkeiten gar vor dem Familiengericht auszutragen. Jede streitige Scheidung verzögert und verlängert den Scheidungsprozess. Ihre Scheidung wird bereits dann streitig, wenn auch nur ein Ehepartner das Trennungsjahr bestreitet oder nicht geschieden werden möchte. Allerdings muss das Gericht, falls Ihr Ehepartner partout nicht geschieden werden möchte, dennoch die Scheidung beschließen, wenn Sie drei Jahre getrennt voneinander gelebt haben. Erst recht kommt es zur streitigen Scheidung, wenn Sie oder Ihr Ehepartner eine Scheidungsfolge geregelt wissen möchten und hierüber kein Einvernehmen miteinander herstellen können. Auch dann muss letztlich das Familiengericht eine Entscheidung treffen.

Warum ist die streitige Scheidung problematisch?

Die Wortwahl verdeutlicht bereits, dass jede streitige Scheidung auf Streitigkeiten der Ehepartner untereinander beruht und in letzter Konsequenz der Richter entscheiden muss. Die Nachteile liegen auf der Hand. Streiten Sie sich beispielsweise über den nachehelichen Ehegattenunterhalt, können Sie die Unterhaltsfrage „im Verbund“ mit der Scheidung durch das Gericht regeln lassen oder einen eigenständigen Unterhaltsprozess führen. Auf jeden Fall verursacht der Streit über den Unterhalt einen eigenen Gegenstandswert, nach dessen Maßgabe über die bloße Scheidung hinaus zusätzliche Gerichts- und Anwaltsgebühren anfallen. Jede streitige Auseinandersetzung verursacht also eigenständige Gerichts- und Anwaltskosten. Sie investieren Geld, das Sie eigentlich für den Aufbau einer neuen Lebensperspektive dringender benötigten. Soweit Sie Unterhalt fordern oder sich gegen eine Unterhaltsforderung zur Wehr setzen, müssen Sie wegen des vor den Familiengerichten bestehenden Anwaltszwangs einen Rechtsanwalt beauftragen, der Sie vor Gericht vertritt. Prozesse vor den Familiengerichten sind angesichts der Überlastung der Gerichte und der oft komplexen Sachfragen und der immer streitigen Unterhaltsberechnungsgrundlagen eine zeitintensive und kostenträchtige Angelegenheit. Das Ergebnis, dass das Gericht nach Maßgabe Ihrer beider Sachvorträge letztlich mit einem Urteil herbeiführen muss, lässt sich selten genau kalkulieren und mündet oft in bitterer Enttäuschung mindestens einer Partei.

Warum ist die einvernehmliche Scheidung vorteilhaft?

Die einvernehmliche Scheidung ist allein schon deshalb vorteilhaft, als nur derjenige Ehegatte einen Rechtsanwalt beauftragen muss, der den Scheidungsantrag beim Familiengericht stellt. Der andere, der dem Scheidungsantrag zustimmt, braucht dafür keinen eigenen Rechtsanwalt zu beauftragen. Insgesamt benötigen Sie also nur einen einzigen Rechtsanwalt, dessen Kosten Sie sich im Idealfall mit Ihrem Ehegatten auch noch teilen. Einvernehmliche Scheidungen werden bei Gericht erfahrungsgemäß zügig terminiert, da der Richter problemlos die Scheidung beschließen kann. Die anfallenden Gerichts- und Anwaltsgebühren berechnen sich lediglich nach dem Gegenstandswert für die Scheidung, den die Gerichte bei der einvernehmlichen Scheidung zusätzlich um bis zu ca. 30 Prozent reduzieren. Sie sparen also zusätzliche Kosten und werden zügig geschieden. Vor allem schonen Sie Ihre Kräfte und können sich auf den Aufbau Ihrer neuen Lebensperspektive konzentrieren. Wenn Sie die einvernehmliche Scheidung dann noch online als Online-Scheidung in die Wege leiten, kommen Sie noch zügiger und mit noch weniger Aufwand ans Ziel.

Wie kann ich Streit vermeiden?

Sie können Streit über die Regelung anstehender Scheidungsfolgen vermeiden, wenn Sie mit Ihrem Ehegatten eine Scheidungsfolgenvereinbarung treffen. In einer solchen Scheidungsfolgenvereinbarung regeln Sie alle Rechte und Pflichten, die im Zusammenhang mit einer Scheidungsfolge aus Anlass Ihrer Scheidung einhergehen. Fordern Sie beispielsweise Ehegattenunterhalt oder möchten Sie nur unter bestimmten Voraussetzungen Ehegattenunterhalt zahlen, ist es Ihnen unbenommen, alles, was mit dem Ehegattenunterhalt im Zusammenhang steht, in einer Scheidungsfolgenvereinbarung zu regeln.

Was der Vorteil einer Scheidungsfolgenvereinbarung?

Eine Scheidungsfolgenvereinbarung ist notariell zu beurkunden oder im mündlichen Verhandlungstermin vor dem Familiengericht zu protokollieren. Mit einer solchen Vereinbarung vermeiden Sie eine streitige Auseinandersetzung. Da die Scheidungsfolgenvereinbarung „tituliert“ ist, ist sie notfalls auch zwangsweise vollstreckbar, wenn der unterhaltspflichtige Ehegatte die Zahlung des Unterhalts verweigert. Umgekehrt kann derjenige, zu dessen Gunsten der Unterhalt vereinbart ist, keinen höheren Unterhalt fordern, als der, der vereinbart ist. Jede Partei weiß genau, woran sie ist.

Regelung des Kindesunterhalts in einer Scheidungsfolgenvereinbarung

Sie können auch den Kindesunterhalt in einer Scheidungsfolgenvereinbarung dokumentieren. Maßgabe kann die Düsseldorfer Tabelle sein. Darin sind in Abhängigkeit vom Nettoeinkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils und des Kindesalters die maßgeblichen Unterhaltsbeträge festgesetzt. Um zu vermeiden, dass der unterhaltspflichtige Elternteil auf Zahlung des Kindesunterhalts verklagt werden muss, können Sie den Kindesunterhalt auch einvernehmlich in einer Vereinbarung festschreiben. Auch damit vermeiden Sie die streitige Auseinandersetzung und ermöglichen die einvernehmliche Scheidung.

Fazit

Einvernehmliche Scheidungen sind nicht immer und einfach zu erreichen. Oft blockieren emotionale Vorbehalte jegliche Verständigung. In der Perspektive betrachtet werden Sie aber feststellen, dass Sie, egal auf welcher Seite Sie stehen, letztlich nur gewinnen können. Streitigkeiten aus Anlass der Scheidung sind oft zerstörerisch und hinterlassen aller Erfahrung nach mehr Schaden als Nutzen.

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