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Kindergeld ab 1. Juli 2019

 
 

In Deutschland erhalten 17 Millionen Kinder Kindergeld. Zum 1. Juli 2019 ist das Kindergeld nun um weitere 10 EUR gestiegen. Aus diesem aktuellen Anlass möchten wir Sie über einige grundlegende  Aspekte zum Thema Kindergeld informieren.

Was hat sich geändert?

Sie erhalten ab 1.7.2019

  • für Ihr erstes Kind: 204 EUR (vorher 194 EUR)
  • für Ihr zweites Kind: 204 EUR (vorher 194 EUR)
  • für Ihr drittes Kind: 210 EUR (vorher 200 EUR)
  • für Ihr viertes und jedes weitere Kind: 235 EUR (vorher 225 EUR) Kindergeld.

Oder anders formuliert:

Sie erhalten ab 1.7.2019

  • für ein Kind 204 EUR
  • für zwei Kinder 408 EUR

  • für drei Kinder 618 EUR
  • für vier Kinder 853 EUR

  • für fünf Kinder 1.088 EUR
  • für sechs Kinder 1.323 EUR Kindergeld.

Kindesunterhalt nach Trennung und Scheidung

Leben Sie getrennt oder sind Sie geschieden und erhält Ihr Kind Kindesunterhalt, wird das Kindergeld zur Hälfte auf den Kindesunterhalt angerechnet. Das Kindergeld wird faktisch zwischen den Elternteilen aufgeteilt. Es wird ebenfalls angerechnet, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil keinen Kindesunterhalt zahlt und Sie Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt beziehen.

Sie erhalten Kindergeld für folgende Kinder:

  • Minderjährige Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres.

  • Vollendet Ihr Kind das 18. Lebensjahr, erhalten Sie bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld, solange das Kind für einen Beruf ausgebildet wird. Kindergeld wird auch für die Übergangszeit (Zwangspause) von bis zu vier Kalendermonaten gezahlt, wenn das Kind beispielsweise nach dem Schulabschluss in eine Berufsausbildung startet.

  • Sie erhalten für Ihr 18 Jahre altes Kind bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres Kindergeld, wenn es arbeitslos ist und bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet ist. Geringfügige Tätigkeiten, bei denen das Kind Bruttoeinnahmen im Monatsdurchschnitt von nicht mehr als 450 EUR bezieht, schließen den Kindergeldanspruch nicht aus.

  • Ist Ihr Kind behindert, erhalten Sie über die Vollendung des 18. Lebensjahres ohne altersmäßige Begrenzung Kindergeld, wenn das Kind wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten. Die Behinderung muss allerdings vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten sein. Erst wenn die finanziellen Mittel des Kindes den steuerlichen Grundfreibetrag in Höhe von 9.168 EUR (Stand 1.1.2019) übersteigen, unterstellt die Familienkasse, dass sich das Kind selbst unterhalten kann.

  • Sie erhalten für ein 18 Jahre altes Kind bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld, wenn es eine Berufsausbildung beginnen möchte, diese aber wegen eines fehlenden Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen kann. Voraussetzung ist, dass das Kind trotz ernsthafter Bemühungen sich erfolglos um einen Ausbildungsplatz bemüht hat. Diese Bemühungen sind durch Vorlage entsprechender Unterlagen (Ablehnungsscheiben von Ausbildungsbetrieben) nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen.

Unterhalt in der Ausbildung

Hat Ihr Kind ein Bachelor-Studium absolviert und findet zur Vollendung des Studiums keinen Masterplatz, besteht der Anspruch auf Kindergeld fort. Ein Masterstudium ist als Teil einer einheitlichen Erstausbildung zu werten. Danach haben Sie auch dann Anspruch auf Kindergeld, wenn das Kind erst nach Ablauf eines Jahres in den Masterstudiengang starten kann.

Doch Vorsicht: Der Anspruch auf Kindergeld besteht nicht, wenn das Kind nach Abschluss des ersten Ausbildungsabschnittes in Vollzeit arbeitet und erst nach mehr als einem Jahr die Ausbildung fortführt. In diesem Fall ist zu prüfen, ob die Berufstätigkeit im Vordergrund steht oder das Masterstudium. Arbeitet das Kind in Vollzeit, gilt das Studium als berufliche Weiterbildung und zählt nicht mehr zur Erstausbildung. Arbeitet das Kind dann mehr als 20 Stunden in der Woche, entfällt der Anspruch auf das Kindergeld.

Mit anderen Worten: Hat Ihr Kind einen ersten Ausbildungsabschnitt absolviert, gehören weitere Ausbildungsabschnittes zur Erstausbildung, wenn

  • das Kind weniger als 20 Stunden in der Woche arbeitet,
  • die Ausbildungsabschnitte zeitlich und inhaltlich aufeinander abgestimmt sind (gleiches Studienfach, gleiche Berufssparte),

  • das Berufsziel erst über den weiterführenden Abschluss erreicht werden kann und
  • die Ausbildung weiterhin im Vordergrund steht.

Gewährleistung des Existenzminimums

Kindergeld ist keine Sozialleistung. Es ist eine steuerliche Ausgleichsleistung des Staates. Das Kindergeld soll das steuerliche Existenzminimum eines Kindes gewährleisten und dient der Grundversorgung des Kindes. Der Anspruch entsteht automatisch, erfordert aber Ihren schriftlichen Antrag bei der für Sie zuständigen Familienkasse. Meist ist die Bundesagentur für Arbeit zuständig. Arbeiten Sie im öffentlichen Dienst, ist die mit der Bezügefestsetzung befasste Stelle Ihres Arbeitgebers für Sie zuständig. Für die Antragstellung sind amtliche Vordrucke vorgesehen.

Zu Ihrer Orientierung: Hier können Sie die Vordrucke der Familienkasse herunterladen: 

https://www.arbeitsagentur.de/familie-und-kinder

Auf der Webseite können Sie auch recherchieren, welche Familienkasse für Sie örtlich zuständig ist.

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